Die Diagnose

Sowohl die kranken als auch die gesunden Menschen werden in der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) unter ganzheitlichen und energetischen Aspekten betrachtet und behandelt. Jede energetische Störung sollte früh erkannt werden, bevor eine Krankheit entstehen oder in ein fortgeschrittenes Stadium treten kann. Die TCM hat dazu über die Jahrtausende ein vielfältiges Diagnoseverfahren entwickelt. Die Prävention wird schon seit langem als wichtig erkannt und gepflegt. Somit ist die Diagnostik in der Chinesischen Medizin anders als in der Westlichen Medizin. Anstelle von z. T. aufwändigen Apparaturen und Spezialisten wird der ganze Mensch mit folgenden Verfahren angeschaut:

Die vier Methoden der Diagnostik

  • Betrachten / Sehen (Beobachten)
  • Hören / Riechen
  • Tasten von Puls und Bauch (Fukushin)
  • Befragung

 

1. Betrachten / Sehen
Die Gesamterscheinung sowie der Bewegungsablauf der Klienten ist von Bedeutung. Gewichtet werden Veränderungen am Körper, die optisch festgestellt werden können. Eine der wesentlichsten Betrachtungsdiagnosen ist die Zungendiagnose. Durch die Beurteilung der Zunge können je nach Farbe, Form, Beweglichkeit, Stärke und Belag wichtige Erkenntnisse über den Gesundheitszustand der Patientinnen und Patienten gewonnen werden.


2. Hören / Riechen
Hier wird auf Stimme und Sprache gehört. Spricht die Person laut oder leise? Ist sie heiser, seufzt sie, hat sie Husten, wie ist die Atmung? Es wird auf Gerüche wie Schweiss, Mundgeruch usw. geachtet.

3. Tasten
Das Ertasten des radialen Pulses ist das wichtigste und unumgängliche Diagnosemittel in der TCM und macht 1/4 der Diagnostik aus. Insgesamt werden 28 verschiedene Pulsarten unterschieden. Getastet wird mit drei Fingern beidseitig am Unterarm (radial), und zwar auf drei verschiedenen Tiefen. Unterschieden werden die Pulsqualitäten, die gespannt, drahtig (wie Gitarrenseite), schlüpfrig, tief/oberflächlich, unregelmässig, schnell/langsam (Schlag pro Atemzug) usw. sein können. Diese geben Hinweise auf die energetischen Veränderungen im Körper.

Ein weiteres bekanntes und wichtiges Diagnosemittel ist das Abtasten des Bauches, das Fukushin, das die Zungendiagnose und Befragung bestätigt und ergänzt. Beim Fukushin wird die Bauchdecke auf Empfindlichkeit, Temperatur, Knoten, Schmerz und anderes untersucht.

4. Befragung
Es folgt eine ausführliche Befragung über Befinden, Schmerzen, Ausscheidungen, Schlaf usw.

Diagnosemuster
Die Beobachtungen und Erkenntnisse ergeben ein „Muster“, d.h. ein Bild der vorhandenen Disharmonie, die auf die entsprechenden Funktionskreise und deren krankhaften Zustände hinweisen. Diese Muster können als Summe und Gesamtbild von Funktionsäusserungen und klinischen Symptomen bezeichnet werden.

Bei komplexen Erkrankungen mit mehreren Symptomen bewirkt die Sichtweise nach den fünf Wandlungsphasen, nach Yin-Yang-Prinzip usw., dass verschiedene Beschwerden mit einer einzigen Krankheitsursache erklärt werden. Hiermit besteht die Möglichkeit, nicht nur symptomatisch, sondern vor allem die Ursache zu therapieren. Je nach Erkrankungsmuster wird eine oder mehrere der vorangehenden Therapieverfahren angewendet.

Zuletzt aktualisiert am Dienstag, den 05. Juli 2011 um 18:02 Uhr
 
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